Luzia Werner | Herzlich Willkommen!!

Über den Besuch von Dr. Roland Wiermann habe ich mich sehr gefreut!!!
Trotz vieler Arbeit hat er mich in meinem Atelier besucht.

Am Samstag werde ich für jeden, der Interesse hat, einen Einblick in mein Atelier und meine Arbeit  im Künstlerhaus „Goldener Pflug“ gewähren.  Parallel dazu findet ein Mitmach-Programm für Groß und Klein statt.
Es kann gemalt, gedruckt und gefaltet werden. Mit Live-Musik.
Wir freuen uns auf Besuch!

Weiter Schauschnitz-Termine hier:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

REISE IN DEN HARZ I CHRISTINE BERGMANN

Sieben Jahre später…

„So glitt der Strom der Rede schnell dahin, während sich der Wagen auf dem sandigen Wege sehr langsam bewegte. Nach und nach traten die Berge aus ihren Nebelgestalten hervor als starke, stolze, mit dunklen Tannenwäldern bewachsene Massen, Kornfelder schlängelten sich malerisch zwischen ihnen durch, und Goslar, die alte kaiserliche Reichsstadt, lag vor uns. Alle Dächer waren mit Schiefer gedeckt, was der Stadt, die eingeschlossen zwischen den Bergen liegt, ein merkwürdig düsteres Aussehen verleiht. Hier war einmal der Sitz der deutschen Könige und Kaiser, hier wurden Reichsversammlungen gehalten und die Schicksale von Reichen und Ländern abgemacht – jetzt, ja jetzt, ist sie bekannt durch ihr Bergwerk und aus Heines „Reisebildern“. Hier spielte der Dichter Blumendieb und Herzensdieb – – eine Geschichte, von der die ehrbaren Bürger von Goslar gar nichts mehr wissen wollen; jedes Mal machten sie ein sehr saures Gesicht, wenn ich den Namen Heine nannte. Ich will deswegen vorsichtiger sein …“

Hans Christian Andersen, 1831, Aus: Die Reise in den Harz

REISEBILDER (TEIL 2) I Christine Bergmann

Die folgende Szene habe sich abgespielt auf der Brockenherberge oder sie wurde dort erfunden u.s.w.

„Ein junger Bursche, der kürzlich zur Purifikation in Berlin gewesen, sprach viel von der Stadt, aber sehr einseitig. Er hatte Wisotzki und das Theater besucht; beide beurteilte er falsch. „Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort“ usw. Er sprach von Garderobeaufwand, Schauspieler- und Schauspielerinnenskandal usw. Der junge Mensch wußte nicht, daß, da in Berlin überhaupt der Schein der Dinge am meisten gilt, was schon die allgemeine Redensart „man so duhn“ hinlänglich andeutet, dieses Scheinwesen auf den Brettern erst recht florieren muss und daß daher die Intendanz am meisten zu sorgen hat für die „Farbe des Barts, womit eine Rolle gespielt wird“, für die Treue der Kostüme, die von beeidigten Historikern vorgezeichnet und von wissenschaftlich gebildeten Schneidern genäht werden. Und das ist notwendig. Denn trüge mal Maria Stuart eine Schürze, die schon zum Zeitalter der Königin Anna gehört, so würde gewiß der Bankier Christian Gumpel sich mit Recht beklagen, daß ihm alle Illusion verlorengehe; und hätte mal Lord Burleigh aus Versehen die Hosen von Heinrich dem IV. angezogen, so würde gewiß die Kriegsrätin von Steinzopf, geborene Lilientau, diesen Anachronismus den ganzen Abend nicht aus den Augen lassen.

Solch täuschende Sorgfalt der Gerneralintendanz erstreckt sich aber nicht nur auf Schürzen und Hosen, sondern auch auf die darin verwickelten Personen. So soll der Othello von einem wirklichen Mohren gespielt werden, den Professor Lichtenstein schon zu diesem Behufe aus Afrika verschrieben hat; in „Menschhaß und Reue“ soll die Eulalia von einem wirklich verlaufenen Weibsbilde, der Peter von einem wirklich dummen Jungen und der Unbekannte von einem wirklich geheimen Hahnenrei gespielt werden, die man alle drei nicht erst aus Afrika verschreiben braucht.“

Aus „Reisebilder, Die Harzreise, 1824, Heinrich Heine (1826), Ausgabe: Aufbau-Verlag Berlin und Weimar, 1966

Ergänzungen: * „Menschenhaß und Reue“ – rührseeliges Schauspiel von August von Kotzebue (1761-1819), 1819 ermordeter deutscher Dramatiker.

Internationaler Museumstag auf dem Landesportal Sachsen-Anhalt

Auf dem Online-Portal des Landes Sachsen-Anhalt gibt es nun auch einen umfangreichen Beitrag zur Teilnahme der HEIMAT-Stipendiat*Innen und den acht Museen am Internationalen Museumstag. Neben Informationen zu den Einrichtungen werden die Veranstaltungen der Künstler*innen am 13. Mai 2018 vorgestellt. Zum Beitrag geht es hier: https://kultur.sachsen-anhalt.de/kulturlandschaft/internationaler-museumstag-2018/

REISEBILDER (TEIL 1 ) I Christine Bergmann

Die folgende Szene habe sich abgespielt auf der Brockenherberge, oder sie wurde dort erfunden, oder sie wurde in Erinnerung an diese erfunden…

„Im großen Zimmer wurde eine Abendmahlzeit gehalten. Ein langer Tisch mit zwei Reihen hungriger Studenten. Im Anfange gewöhnliches Universitätsgespräch: Duelle, Duelle und wieder Duelle. Die Gesellschaft bestand meistens aus Hallensern, und Halle wurde daher Hauptgegenstand der Unterhaltung. Die Fensterscheiben des Hofrats Schütz wurden exegetisch beleuchtet.* Dann erzählte man daß, die letzte Cour bei dem König von Zypern sehr glänzend gewesen sei, daß er einen natürlichen Sohn erwählt, daß er sich eine lichtensteinsche Prinzessin ans linke Bein antrauen lassen, daß er die Staatsmätresse abgedankt und daß das ganze gerührte Ministerium vorschriftsmäßig geweint habe. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, daß sich dieses alles auf hallesche Bierwürdigkeiten bezieht.**“

Aus der Harzreise von Heinrich Heine 1826. Bester Dank an Olaf Ahrens für die erhellende Reiseliteratur….

Ergänzungen:

* Christian Gottfried Schütz (1747-1832), deutscher Philologe. Gemeint sind hier die im studentischen Übermut eingeworfenen Fensterscheiben des Professors.

** „Hallesche Bierwürdigkeiten“ – Die Hallenser Studentenverbindungen hatten in den umliegenden Dörfern sogenannte „Bierstaaten“ gegründet.