Freilichtmuseum Diesdorf / Rebekka Rauschhardt

„Wer in allen Gassen haust, haust übel.“

Von dem Versuch nicht mehr fremd zu sein.

Meine Reise in die Altmark beginnt wie immer: spektakulär.  Kurz vor Salzwedel erlebte ich diese wunderbare UFO-Begegnung (das Foto zeigt leider keine Details). Das machte mich hellsichtig, besonders zu dem Begriff: Heimat. Ist es ein Gefühl? Eine Erinnerung? Eine Sehnsucht? Ist es ein Ort? Sind es die Menschen? Die Gemeinschaft? Oder einfach Wurzeln? Oder ist es ein Geruch? Ein Geschmack?  Baumkuchen ist jedenfalls leider nicht so meins.

Von meinen letzten Streifzügen durch die Altmark, fühle ich mich schon ein bißchen angeheimatet. Deshalb freut es mich, dass mehrere Einwohner aus Salzwedel mich mit einer geheimnisvollen Doppelgängerin verwechseln. Diese Verwechslungen sind leider zu früh aufgeflogen, sonst hätte ich jetzt schon einen Namen. Aber das wird schon noch …

In Salzwedel bin ich (siehe Foto: Ohne Moos , nix los) hier untergebracht. An dieser Stelle: Herzlichen Dank an Frau Franz für das Übernachtungsangebot im Stipendiatenhaus Salzwedel!!

Fremd ist man übrigens, wenn:

  • man den Hintereingang nicht kennt
  • der Taxifahrer mißtrauisch wird
  • man den Rufbus zu spät ruft (VIER! MINUTEN)
  • man die Kaufhalle nicht findet
  • man für ein Mitglied der Zeugen Jehovas gehalten wird
  • wenn man versucht, eine Ziege im Wald vorm bösen Wolf zu retten, die gar nicht in Gefahr ist

Und das war so:

Ich nutze jede Gelegenheit, die sich bietet, die nähere Umgebung von Diesdorf zu erkunden, sprich Wald und Wiesen. Die Tage sind immer vollgepackt mit interessantenTerminen und Treffen (z.B. das Herbstfest im FLM Diesdorf mit allen ehrenamtlichen Mitarbeitern, das Kaffeetrinken mit der Gemeinderätin, das Pressegespräch) – dazwischen locken kurze Ausflüge.

Also lief ich vermutlich Richtung Norden aus dem Dorf hinaus, am Horizont ein Wald. Nach einiger Zeit hörte ich verzweifelte Laute direkt aus diesem. Mir war natürlich sofort klar: ein Tier (Ziege, Schaf) ist in Not. Zu sehen gab es nichts, dafür zu hören, weit und breit kein Mensch, nur ich, was solls – Rettung ist unterwegs. Ich dachte noch, bevor ich in einen Teich springe, um das ertrinkende Tier raus zu zerren, muß ich unbedingt die Kamera am Ufer zurück lassen, eventuell auch das Handy (wegen 110). Inzwischen rannte ich über eine sehr sehr nasse Wiese, beruhigende Satzfetzen rufend. Zu sehen war immer noch nichts, bis auf den E-Zaun. OK, also kein Teich; das Tier hängt mutmaßlich im E-Zaun fest (sowas kann schon mal passieren) – also ganz beherzt zugreifen und ruckartig das Tier aus dem Stromkreis befreien. Aber nein, im Zaun hing kein Tier. Eventuell doch ein Angriff von Wölfen? Was macht man da gleich: im Falle die Wölfe sind über alle Berge, telefonisch Hilfe holen. Im Falle, die Wölfe sind noch da: Feuer machen (ich könnte meine Unterlagen verbrennen und meinen Schal), telefonisch Hilfe holen, schreien, knurren und mit Ästen um mich schmeißen und das alles gleichzeitig. Gut, das wird schon klappen …

Und dann das:

Das Tier, eine Ziege auf einer Lichtung, war putzmunter!

Sowas kommt vor, wenn sich Touristen im Wald herum treiben. Oder man seine Heimat verlässt. Wie dieses Huhn:

Oder dieser Pilz in der Bockwindmühle (ein Pionier)im FLM Diesdorf:

Oder dieser Pfosten der Bockwindmühle (losgelöst):

Oder diese Schneegänse, moment, die haben mehrere Heimaten:

Wo sind wir hier überhaupt, etwa hier?

Und jetzt alles wieder auf Start!

Danke an alle für die schöne Zeit und die vielen neuen Bekantschaften, die Gespräche und Geschichten!

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