Christine Bergmann | Künstlerisch forschen – was ist das ?

Für den Anfang habe ich mir vorgenommen, die verschiedenen Bereiche des Museums bzw. die angegliederten Bereiche ganz systematisch unter die Lupe zu nehmen. Dazu gehören das Stadtarchiv mit dem Schaudepot, die Harzbibliothek, die allgemeine Bibliothek, dieser und jener Depotraum. Darüber hinaus möchte ich mich mit „Land und Leuten“ vertraut machen.

In der Zwischenzeit erhielt ich von jedem zum Museum gehörenden Bereich eine Einführung. Bücher, Urkunden, Keramikschwerben, Stahlhelme und Bügeleisen, ausgestopfte Tiere, diverse Alltaggegenstände habe ich mir angesehen, mich durch einen fotografischen Nachlass gewühlt, 3000 Harzpostkarten bestaunt. An den Zigarettenbildsammlungen „Die Geschichte der Arbeiterbewegung“ und „Die Pioniere“ bin ich etwas länger hängengeblieben – was man alles so findet. Irgendjemand hat sich tatsächlich die Mühe gemacht, diese mehreren hundert Schwarz-Weiß-Bilder im Kleinstformat  zu sammeln. Oder: Jemand hat damals echt viel politisch korrekt geraucht!

Meiner Besichtigung des Schaudepots widme ich einen extra Eintrag.

Einer von mehreren Räumen im Schaudepot

Zudem habe ich interessante Personen kennengelernt, wie Herrn Schulze, den Kulturmagnaten der Stadt. Herr Schulze betreibt eine Buchhandlung, den einen oder anderen Kulturverein mehr, 2 Ausstellungsräume mit beträchtlicher Größe und einem interessanten Programm, das Schiefe Haus… ist im Stadtrat aktiv und dann hat er noch ein paar kulturelle Zukunftspläne und Hobbies. Zudem ist er Herausgeber der Neuen Wernigeröder Zeitung, die 14-tägig erscheint. Wann macht er das alles?

Im Stadtarchiv

Da die Fahrerei zuviel produktive Zeit vergeudet, habe ich mich entschieden möglichst 2 Tage hintereinander zu bleiben. Was ist in der Stadt eigentlich los, wenn die Läden schließen? Mitte Oktober war es noch angenehm warm. Tags über war die Stadt (wie eigentlich immer) touristsich sehr belebt, gegen 20 Uhr wurden die Bürgersteige hochgeklappt. Aus Unkenntnis hatte ich mich am Stadtrand einquartiert und verbrachte in Folge dessen einen sehr ruhigen Abend. Aber der erste Einruck kann bekanntlich täuschen. 14 Tage später, schon ganz eingerichtet auf einen sehr ruhigen Abend, hatte ich mich ganz in Museumsnähe in einer netten, kleinen Pension eingemietet. Nach dem Schwimmbadbesuch – sehr cool, mit gedämpften Licht und Mucke – fand ich mit kleiner Hilfestellung der ortsansässigen Jugend die einschlägige Raucherkneipe am Platze. In der urigen Stampe trifft sich alles vom Tätowierer bis zum gut-bürgerlichen Raucher. Schnell mal jemandem den Stammplatz weggenommen und schon kommt man ins Gespräch. Man gewinnt den Eindruck, jeder in Wernigerode ist mit irgendwas Unternehmer. Nur bei der traditionellen Getränkefolge Hasseröder – Schierker Feuerstein –  Hasseröder – Schierker u.s.f. habe ich gekniffen.

Rathausplatz gegen 19 Uhr Mitte Oktober

Stahlhelme und Bügeleisen

Nachlass Pürschel/Lüders

Fotos aus dem Nachlass Pürschel

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