Rebekka Rauschhardt | In Anatomie nicht aufgepasst …

… das und noch andere Vorfälle und Tatsachen beschäftigen uns rund um die Uhr.  Der Anatomieunterricht zu Studienzeiten begann ja im Morgengrauen … was soll ich sagen. Wir haben alle drei zum Glück bei dieser Schulung des Auges am menschlichen Körper eventuell nicht aufgepasst, bzw. haben wir (bis auf ganz wenige Ausnahmen) überhaupt teilgenommen? Das erleichtert uns die Aufgabe der überzeugenden Darstellung von Versteck spielenden Kindern sehr. Extrem Dicke Backen, zu kleine Füße, Männerhand am achtjährigen Mädchenarm, Ohren vergessen, Tränenkanal?, Rotzkuhle zu kurz, stark ausgeprägter Oberkörper, Hals nicht in der Mitte und das Beste zum Schluß: nicht nur im Gesicht gibt es das Zwillingssyndrom – zwei Augen, zwei Brauen und zwei Backen von täuschend ähnlicher Anmutung.

Neugierig auf die Windhose: Aron trägt auf dem Bild eine Jeanshotpan designt bei FLM – 130 € und Herrenhalbschuhe aus Gummi circa 30 € und Kopfbedeckung von elf – Werbegeschenk.

Wir befinden uns im Countdown. Tagesablauf wird klar akzentuiert. Aufstehen bei Sonnenaufgang. Neuerdings liegen wir in der windgeschützten Giebelfront des Kossatenhauses (eigentlich unser Wohnzimmer, da ab Mittag Schatten) auf der Ostseite. Danach Kaffeeschüttung (in der Küche: Nordseite) mit unseren so derart liebgewonnenen Tassen, dass wir sie gar nicht mehr abwaschen. Dem folgt ein Badeausflug in den Westgarten, Wassermarsch am Gartenschlauch. Unmittelbar darauf ziehen wir unsere Arbeitssachen an – im Prinzip ziehen wir alles aus, bis auf wenige Assesoires (siehe Foto). Nun gehts los, wir kloppen um die Wette, manchmal Pausen (Kaffee, Wasser, Limo, Bier), manchmal kurzes Innehalten (Blasen, Krämpfe, Lachanfälle, Geistesblitze), regelmäßig Fragen von Museumsbesuchern:

  1. Was ist das für ein Stein?
  2. Kann man das wirklich machen?
  3. Ist das eine Auftragsarbeit?
  4. Hat das was mit dem Museum zu tun?
  5. Dürfen wir Sie fotografieren?
  6. Ist das Buddah?

Das machen wir bis Sonnenuntergang. Es sei denn, es fällt gerade mal ein Ast runter, Unwetter kommt vorbei oder die Frau Sonne hat sich einen Regenbogen ganz für sich allein gebaut. Wenn die Sonne weg ist, gibt es Essen (Camembert, Leberwurst, Tomaten, Zwiebeln, Brot und Rollmops). Im Dunkeln munkeln wir täglich nach wie vor übers Himmels W(eh). Und beschützen das Museumsdorf vor Eindringlingen. Letztens wie im Film mit den Kollegen der Polizei Salzwedel: profinelle Geländesicherung mit Stabtaschenlampen im nächtlichen Museumsgebüsch. Und reagieren bei Feueralarm im FLM um Mitternacht (ein Weberknecht im Rauchmelder 52). Da gibts dann auch schon mal ein Stückchen Erdbeertorte zu dieser Uhrzeit.

Und dann ab in die Federn, nein Stroh.

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