Ein erstes Treffen in der Gedenkstätte für Opfer der NS-„Euthanasie“ in Bernburg (Mareen Alburg Duncker)

Nach einer spannenden Telefonkonferenz im Mai und vor einer kurzen Sommerpause im August stand der Termin für eine Fahrt in die Gedenkstätte fest. Gemeinsam mit der Kuratorin Ines Engelmann und der Redakteurin Ines Godazgar fuhr ich als Heimatstipendiatin am 14.7.20 nach Bernburg, um dort die Leiterin der Gedenkstätte Frau Dr. Hoffmann und ihre Stellvertreterin Frau Gebauer persönlich kennenzulernen.
Meine Neugierde paarte sich mit Aufregung an diesem heißen Tag. Wir wurden sehr herzlich empfangen und besprachen im neutralen Konferenzraum die Vorstellungen unserer Zusammenarbeit. Ich erläuterte mein Vorhaben, für einige der hier ermordeten Opfer einen Gedenkschmuck anzufertigen, und stieß auf große Zustimmung.

Foto: Ines Godazgar

Ich war und bin begeistert über die unkomplizierte und so offene Zusammenarbeit mit ganz konkreten Ideen. Ich erhielt schon jetzt die Zusicherung, daß die entstehenden Stücke in das Ausstellungskonzept eingebunden werden sollen. Und auch den Vorschlag von Frau Dr. Hoffmann, daß sie mir eine Vorauswahl an Lebensläufen mit Bildmaterial von Opfern als pdf-Dokumente zusendet, nahm ich gerne an. Nachdem ich mich intensiv mit dem vorliegenden Material beschäftigt habe, werde ich für einige der hier ermordeten Menschen einen persönlichen Gedenkschmuck anfertigen.
Nach unserem Gespräch suchte ich das Kellergeschoß mit Gaskammer, Sektionsraum und Krematorium der Gedenkstätte auf. Ich wollte die Atmosphäre in Ruhe auf mich wirken lassen und auch die vielen Informationen der Dauerausstellung  Die Vernichtung der „Unbrauchbaren“ lesen. Besonders bewegend war für mich, wie schon beim ersten Besuch der Gedenkstätte, die Betrachtung der Fotowand mit Bildern der Opfer. Die Wirkung ist stark, der Blick in die Gesichter schafft Nähe und Sprachlosigkeit zugleich. Sie werden wichtige Inspirationsquellen für meine Arbeit sein.

Foto: Ines Godazgar

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