Glühstrümpfe, Hosenträgerstraßen, Rübenmieten und Mutter Erde (Julia Himmelmann)

Zückerrübenfeld bei der Ernte

Verwitterungen, Verwehungen, Strömungen, Überlagerungen, Umwälzungen…
Der fruchtbare Schwarzerde Boden der Magdeburger Börde entstand durch Verwehung des fruchtbaren Löss in den zurückliegenden Eiszeiten. Die vielschichtige Sammlung des Börde-Museums fand teilweise wie durch „Kulturelle-Erosion“ ihren Weg in das Museum. Sie zeugt vor allem von dem Wandel der regionalen Kulturgeschichte. Ich erschließe mir Schicht um Schicht von diesen kulturellen Ablagerungen, löse sie von ihren Überlagerungen und füge sie wieder zusammen. Dabei liegt mein Fokus auf der Fruchtbarkeit des Börde Bodens und der damit zusammenhängenden Entwicklung der Börde. Unter welchen Bedingungen haben die Menschen im 19. Und 20. Jahrhundert in der Börde gelebt? Wie waren die Lebensbedingungen im Besonderen für Mädchen und Frauen? Welche Entwicklung en gab es in Bezug auf Keramik in der Börde?

Die Ausstellungsräume der Burg Ummendorf sind bereits für Baumaßnahmen leergeräumt und beantworten meine Fragen mit einem knarzenden Schweigen. Antworten und Abwege finde ich in den Magazinen und Außenlagern, in denen sich derzeit die üppige Sammlung des Museums stapelt. Hier wühle ich mich durch Regale und Kisten und staune über unspektakuläre und ansehnliche Stücke. Lektüre finde ich über Karteikarten schließlich in Büchern, die in Kartons im Außenlager lagern. Ich sammle Input über Künstler und Persönlichkeiten der Börde, über die Bodenbearbeitung und die Landwirtschaftliche Entwicklung, über die Sachsengänger, die als Saisonarbeiter zwischen 1850 und 1915 in der Zuckerrübenproduktion arbeiteten und über die Keramik der Region. Ich suche nach den Erlebnissen der Menschen der Börde und höre ihren Erinnerungen an die Zeiten des 2. Weltkrieges, der DDR und der Wiedervereinigung zu.

Und wieder Umwälzungen die etwas neues entstehen lassen…

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