Be-Tracht-ungen, die Vierte Salzlandmuseum Schönebeck Annette Funke

Die Redewendung „jemanden unter die Haube bringen“, entspringt der schon bei den Römern und Germanen, später auch im Mittelalter bis in die frühe Neuzeit üblichen Tradition, dass Frauen nach der Heirat ihr Haar bedecken mussten. Offen getragenes Haar galt als aufreizend. Die Haube als fester Bestandteil der Frauengarderobe stand für geordnete Zustände, Anständigkeit und Würde.

Zugespitzt formuliert, wechselte eine Frau, dem Willen der Familie gehorchend, mit der Heirat ihren Besitzer. Steht die Haube deshalb sinnbildlich für die Unterdrückung der Frau? Mit dem Aufsetzen einer Kopfbedeckung verändert sich die Haltung zum Selbst ebenso wie der Blick der Anderen. Man wird zur Person, die eine Rolle hat. Diese kann formen und schützen, aber auch beschneiden oder einengen.

Mich an den Begriffen Identität, Macht und Unterwerfung entlang hangelnd, bebildere ich meine Gedanken. Miriam und Wanda spielen mit und Matthias Demel fotografiert.

 

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