Ich zeichne Geister (Petra Reichenbach)

Während ich zeichne, habe ich vor allem junge Menschen als Zielgruppe vor Augen, die sich hoffentlich von den Gesichtern angezogen fühlen und neugierig auf ihre Geschichte werden. Deshalb versuche ich, für alle zehn Porträts Vorlagen zu finden, die sie als junge Frauen zeigen, den Blick möglichst auf uns gerichtet. Vor vier oder fünf Jahrhunderten auf den Porträtmaler oder im 20. Jahrhundert auf den Fotografen.

Inzwischen habe ich viel experimentiert, was die Umsetzung angeht. Nach ein paar Anläufen brachte mich die Bühnenwerkstatt der Oper Halle auf das Gewebe meiner Wahl. Es ist inzwischen auch von der Brandschutzbehörde abgesegnet. Auf einem Musterstück entstand die erste Zeichnung mit Wachs- und Lithokreiden und angemischter Acrylfarbe. Das Gesicht wird auf der Gewebebahn ca. 1 m hoch werden. 

Gewebebahn mit Olga Benario in Originalgröße am Fenster

Ich habe mich schließlich dazu entschieden, auf Papier zu zeichnen. Zunächst  fertige ich eine Bleistiftzeichnung im Format A2 an. Diese Zeichnung überlagere ich dann mit einem Transparentpapier um verschiedene Varianten mit Kohle und Kreide auszuprobieren.

Dabei bewege ich mich in der Farbpalette, die mir aus den Frauengemächern in Erinnerung ist. Die Holzdecken mit ihren Gelbgrün- und Blautönen, dazu ein sattes Dunkelrotbraun, aus diesen Kreidefarben baue ich die Zeichnungen auf.

Die ersten beiden Porträts hab ich gescannt und auf ein Gewebe, das meinem ganz ähnlich ist, drucken lassen. Diesen Druck überzeichne ich nochmals partiell mit Kreide.

  

Mit dem Probedruck konnte ich auch gleich die Wirkung von dem handgeschriebenen Zitat prüfen, das auf dem transparenten Vorhang vor dem Porträt hängen wird.  Um die Dimensionen einschätzen zu können, kann ich auf mein kleines Modell aus Karton zurückgreifen.  

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