Testleser*innen gesucht – es geht los (Lucie Göpfert)

Eingeigelt in meine Familienblase stehe ich per Telefon, digitaler Konferenz und Brief rege im Kontakt mit der Außenwelt. Der physische Kontakt zu echten Menschen fehlt mir schmerzlich, aber zum Glück hat sich das komplette Heimatstipendiumsumfeld sehr gut auf die aktuellen Bedingungen eingestellt. Ideenpingpong klappt auch übers Telefon! Die Dinge laufen, mein Kopf raucht, die Gedanken arbeiten und das Projekt kommt gut voran.

Voller Spaß vertiefe ich mich weiter in die ausgewählten Texten des Autors Victor Blüthgen.
Den von mir sehnlich erwünschten Kontakt zu „echten Kindern“ konnte ich über meine Mitmachaktion „Testleser*innen gesucht!“ erfolgreich herstellen. Das ist SO toll, macht großen Spaß, ist erfrischend, aber auch positiv überraschend. Es öffnet meinen Blick und ich bin sehr froh und dankbar über die rege Teilnahme von so vielen Kindern – und deren Eltern bzw. Betreuungspersonen (Danke an Euch da draußen!!!).

Was ist das für eine Kindermitmachaktion?
Über die MZ Bitterfeld und über den persönlichen Kontakt des Museumsleiters Stefan Auert-Watzik zu einem Schulleiter in Zörbig konnten viele, viele Testleser*innen gewonnen werden. Diese geben mir ein erstes Feedback auf meine Vorauswahl von Blüthgens Geschichten.

Wie?
Die Geschichten erreichen die Kinder ganz analog und altmodisch: per Post! Vor ca. zwei Wochen bekamen die Kinder den ersten Brief von mir. Er enthielt eine Geschichte von Victor Blüthgen und einen Fragebogen dazu.
Wenn der Fragebogen beantwortet an mich zurückgesendet wurde, schickte ich die nächste Geschichte mit Fragebogen los …
Bisher sollen vier Geschichten gelesen werden, ich hoffe aber sehr, dass einige der Kinder in absehbarer Zeit noch drei weitere Geschichten für mich lesen und begutachten.

Seit ca. einer Woche erhalte ich nun täglich Antwortpost von Kindern aus Zörbig und Umgebung (es gibt sogar Teilnehmer*innen in der Schweiz, in Halle und Magdeburg), das ist toll.
Ich liebe es, diese Antwortbriefe zu öffnen und die Gedanken der Kinder zu studieren. Erste Erkenntnisse haben mir die Fragebögen auch schon gebracht: Ich muss mich auf jeden Fall noch sehr intensiv mit den Texten beschäftigen, diese viel stärker der heutigen Sprache anpassen, Sätze kürzen, Worte austauschen bzw. erklären … zum Glück ist es für diese Arbeit ideal, im stillen Kämmerlein zu sitzen.

Heimatdiary März 2021

 

 

 

 

 

 

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