ein Armschmuck für Susette (Mareen Alburg Duncker, Gedenkstätte Bernburg)

Meine Arbeit an dem Gedenkschmuck für Susette Freund ist nun beendet.
Durch das Einbeziehen der vielen persönlichen Informationen, die ich von der Familie und der Gedenkstätte erhalten habe, in meine künstlerische Gestaltung ist dieser individuelle Schmuck für Susette Freund entstanden. Sie wurde aufgrund ihrer jüdischen Herkunft 1942 in der Tötungsanstalt in Bernburg ermordet wurde.

Susette Freund auf ihrem Balkon in der Aschaffenburger Straße in Berlin, aufgenommen im Juli 1940, Privatbesitz

Der Armschmuck ist aus dem Stamm eines Kirschbaumes gearbeitet, welcher im Garten meiner Schwester wuchs – in Berlin. Hier lebte Susette Freund von ihrer Geburt bis zur Deportation. Es war ihre Heimatstadt, und auch mir ist Berlin ein Stück Heimat. Die doppelte Bedeutung des Heimatgedanken war mir hier sehr wichtig.
Über einen Zeitraum von drei Monaten habe ich das Holz bearbeitet, die Hohlkehlenform für den Armschmuck gefeilt und geschliffen, die dünnwandigen Segmente gebogen und zum Schluß gewachst. Vorhandene Risse sind im Material sichtbar, aber versiegelt. Kontrastreich zur warmen Farbe das Kirschholzes wirkt das geschwärzte Silber des Scharnierverschlusses und der Fassungen. So werden die fünf eingesetzten Citrine mit einer dunklen Linie umrahmt. Die facettierten Steine verwendete ich in Anlehnung an den letzten Schmuck, der von Susette Freund erhalten ist: ein goldener Ring mit gelbem Stein, vermutlich Citrin oder Topas. Rodney Martel hatte ihn im Dezember 2020 seiner Tochter geschenkt.
Als Erinnerungsschmuck für ihn ist eine kleine Brosche entstanden. Sie ist aus dem ausgesägten Innenteil des Armschmuckes angefertigt und ebenfalls mit einem Citrin ergänzt.

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