Margit Jäschke | Mitmach-Aktion im Museum Aschersleben gestartet!

Am Internationalen Museumstag, den 13. Mai 2018, konnte man den HEIMAT-Stipendiat*innen an den acht Museen bei der Arbeit über die Schulter schauen und mit ihnen ins Gespräch kommen, bei Führungen verborgene Schätze entdecken und auch selbst künstlerisch zur Tat schreiten. Im Museum Aschersleben stellte Margit Jäschke ihre Arbeit vor und startete ihr siebenwöchiges Zeichenprojekt für die Besucher*innen ‒ bei diesem gilt es, die Schmidtsche Sammlung zu erforschen und sich kreativ mit den Exponaten auseinanderzusetzen. Die Besucher*innen sind eingeladen, ein Fossil der Sammlung, das einen besonders anspricht, auszuwählen und zu zeichnen.

… Papier und Stifte liegen vor Ort bereit. Bis zum 30. Juni 2018 hat man nun die Möglichkeit seine Zeichnung anzufertigen. Alle Ergebnisse werden später ausgestellt. Einige Grafiken werden sogar als Vorlagen auserkoren, von der Künstlerin auf 30 x 30 Zentimeter große Messingplatten übertragen und zur dauerhaften Präsentation in den Boden des Arkadenganges im Museumshof eingelassen. Vielleicht wird auch Ihre Zeichnung somit ein bleibendes Exponat im Museum?

Museum Aschersleben, Markt 21, 06449 Aschersleben

kleine Auswüchse | Scharfbier

Nun hängen immer wieder kleine Auswüchse am Geländer der barocken Treppe, sehr zur Verwunderung einiger Besucher. Zum internationalen Museumstag diesen Sonntag werden neue und größere Formen hinzukommen.

Ich bin gespannt auf die neuen Abgüsse des Handlaufs. In Silikon ergibt es schon merkwürdige Formen. Zum Tag der Industriekultur hatten wir zu unserem Bedauern sehr wenig Besucher im Mansfeld-Museum. Vielleicht und hoffentlich sieht es am Sonntag anders aus!

Rebekka Rauschhardt | Sonnenaufgang im FLM Diesdorf (Sonntag, 13. Mai)

Sonnenaufgänge im Bruch oder die weinenden Männer, von kraftstrotzender Gestalt

Als Kind war ich oft im Bruch. Auch in verschiedenen. Besonders die mit Wasser fand ich toll. Was für ein Glück, dass meine Kindheit räumlich in Granitnähe stattfand. Die Brüche meiner Kindheit waren alles: Beunruhigend, gefährlich, extrem verführerisch und jede Herausforderung wert, dunkel, oder hellgrün, mit Fischen und tief, sehr kalt – auch an den wärmsten Tagen im Sommer. Dem klassischen Schwimmen traute ich zwar nicht übern Weg. Aber es ging wirklich nichts über einen Sprung vom Felsen, wohl wissend!

Natürlich gab es auch Brüche ohne Wasser. Dort hielt sich der Vater auf. Der Rest der Familie saß im brütend heißen Trabbi und kollabierte, während uns das elende Warten auf das „Steinorganisiere“ in der Zone gewaltig auf die Nerven ging.

Später dann, in der Pubertät erlebte ich meinen ersten Sonnenaufgang in einem Marmorbruch. Was soll ich sagen. Möglicherweise gibt es wohl Leute, die sich nicht im Entferntesten für Steine interessieren. Aber ein Sonnenaufgang im Bruch (Ostseite hierzulande) ist ein Spektakel! Es ist vergleichbar mit dem Sonnenaufgang über dem Mittelmeer, wenn plötzlich das dunkelblaue Wasser türkisgrün wird. Als hätte jemand einen Schalter umgelegt.

Im besagten Marmorbruch spiegelte sich die Sonne in all ihren Nuancen, was für Farben, die nicht eine Zeit lang verharren, die sich statt dessen verändern, sich vermischen, auflodern, verschwinden, hervorbrechen. Das Glühen eine gewaltiger und stiller Aufgang, bezwingend in diesem Ausmaß an machtvollem Einfachdasein – jeden Tag. Solange sich die Erde dreht. Solange keine Wolke halt das ihre macht. Ich habe das Atmen vergessen.

Danach sah ich Brüche im Morgengrauen mit anderen Augen.

Überhaupt, ich begann mich in Brüche zu verlieben.

Auch in solche, die noch aktiv sind (mit Abbau, Sprengung, etc.). Brüche sind positiv und ich negativ oder anders herum. Es ist magnetisch. Mir geht jedenfalls das Herz auf.

So; vor einigen Jahren kam es, das sich Bildhauer und Steinmetzen im Rheinland trafen. Dank Rhein, guter Wein, lange Zeit nicht gesehen, wirklich bester Wein nördlich der alpinen Grenze. Lange Nacht, nächster Tag: viel zu tun. Kaum Schlaf. Und ein Ziel: morgen früh, Sonnenaufgang im Bruch (Buntsandstein). So kam es auch. Nach zwei Stunden Nachtruhe, total verkatert und mit Restalk, die gesamte Bande, wie getrieben, ab in den Bruch. Und dann standen wir dort. Und weitere Metze kamen. Am Ende waren wir so zehn Männer und zwei Frauen. Die Männer alle von sehr kraftstrotzender Gestalt und von Geburt an wortkarg, die Frauen unauffällig. Die Sonne ging auf und strich über die Steine. Es war kalt. Es war im Januar. Und etwas glitzerte. Die Tränen. Der Männer.

Ich war auch kurz davor. Aber, ———————————————————————————————wir Frauen kriegen die Kinder. Schade eigentlich.

Rebekka Rauschhardt | FLM Diesdorf – Berufskrankheiten (Himmelfahrt?)

Berufskrankheiten der Bildhauer

Mehr Details und Austausch gibt es Sonntag, den 13. Mai – zum Internationalen Museumstag – Im Freilichtmuseum Diesdorf (12 – 16 Uhr)

Das schlimmste zuerst: die Staublunge ( philosophische Ader)

Irgendwie kommt das daher, dass man auf gar keinen Fall einen Mundschutz benutzen kann. Selbstverständlich wäre es klüger. Aber es geht doch nichts über eine Verinnerlichung. Immerhin, trotz gewaltiger Qualen gibt es heute das Meißner Porzellan, sollte ja nach Stufe EINS der goldenen Regel der Alchemie eigentlich Gold werden. Das ist christliches Gedankengut: werde, durch leiden. Eigentlich werde, durch ertragen. Die Krankenkasse sieht das auch so. Buchtipp: „Hundert Jahre Einsamkeit“ von Garcia Márquez oder parallel die Pyramide von Gizeh nochmal untersuchen.

Staublunge = Lungenemphysem. Das muss nicht sein. Kann aber.

Dann klein, aber oho: Nabel- versus Leistenbruch (Größenwahn)

Solange nichts verklemmt ist, ist alles roger.

Aber wenn doch, dann hast du 20 Minuten bis zur Sepsis, also solltest du innerhalb dieses Zeitfensters die nächste Notaufnahme aufsuchen, sofern du dich dazu in der Lage fühlst.

Und wenn du das einmal hast, dann kommt es wieder. Schwerlastgürtel hin oder her.

Ulan-Reiter-Krankheit (Familienaufstellung)

Die bekommt man, wenn der Kopf mehr will, als der Körper – in Anbetracht von Zeit und Raum – bereit ist, zu leisten. Dann gehen Muskeln und Muskelfasern kaputt, sie bluten und diese Blut „verkalkt“, bildet kleine körperinterne Blutströpfchen, die im Laufe er Zeit vom Körper absorbiert werden. Erstdiagnose ist Krebs! Im Endeffekt harmlos.

Sich immer auf dieselbe Stelle hauen: (Blödheit)

  • Führt zu Blutergüssen
  • Zu enormen Schwellungen
  • Manchmal offenen Wunden
  • Knochenbrüchen

Diagnose: selber schuld!

Sentimentalitäten (Andacht) bei Sonnenaufgang (Religion)

Das wird Aufgrund von Sentimentalitäten extra ausführlich beschrieben.

Traum von eigenem Krahn (konkret!)

So ein Portalkrahn kostet zurzeit circa 1.500 Euro. Das Ding ist echt geil. Scheiß auf alles andere. Am besten mit Rädern! Und vor allem, mein eigener.

Ausgeträumt bedeutet Rucki-Zucki, Wagenheber, Brecheisen, abgeruppte Anhängerkupplung, Baum umgefallen, Nervenabsterben, Stunde minus Null, bestenfalls Teleskoplader von der Erzeugergenossenschaft Abbendorf. Schlimmstenfalls das Ende vom Lied.

Man sollte sich Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen. Danke Herr Albert Camus!

„Darin gleicht der Mensch nach Camus’ Interpretation der mythologischen Figur des Sisyphos, dessen Tun gerade in seiner äußersten und beharrlichen Sinnlosigkeit als Selbstverwirklichung erscheint:

„Darin besteht die verborgene Freude des Sisyphos. Sein Schicksal gehört ihm. Sein Fels ist seine Sache. […] Der absurde Mensch sagt ja, und seine Anstrengung hört nicht mehr auf. Wenn es ein persönliches Geschick gibt, dann gibt es kein übergeordnetes Schicksal oder zumindest nur eines, das er unheilvoll und verachtenswert findet. Darüber hinaus weiß er sich als Herr seiner Tage. In diesem besonderen Augenblick, in dem der Mensch sich seinem Leben zuwendet, betrachtet Sisyphos, der zu seinem Stein zurückkehrt, die Reihe unzusammenhängender Handlungen, die sein Schicksal werden, als von ihm geschaffen, vereint unter dem Blick seiner Erinnerung und bald besiegelt durch den Tod. Derart überzeugt vom ganz und gar menschlichen Ursprung alles Menschlichen, ein Blinder, der sehen möchte und weiß, daß die Nacht kein Ende hat, ist er immer unterwegs. Noch rollt der Stein. […] Dieses Universum, das nun keinen Herrn mehr kennt, kommt ihm weder unfruchtbar noch wertlos vor. Jeder Gran dieses Steins, jedes mineralische Aufblitzen in diesem in Nacht gehüllten Berg ist eine Welt für sich. Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“

– Der Mythos des Sisyphos: 6. Aufl., Reinbek, 2004. S. 159f.