Besonderheiten im Museumsdorf – FLM

Für Schwatzhaftigkeit gibt es 4 Schläge mit dem Rohrstock auf die Finger! So sprach Herr Klaas, der Museumsdorfschullehrer.

Bei Sonnenuntergang wird im Freibad nebenan geschossen.

Letztens haben sich junge Mädchen als Kühe verkleidet und Autofahrer um Geld erpresst. Ein regionaler Brauch.

Die Waschbären in meiner Hütte haben Junge.

Circa 20. 000 Kröten erproben den Landgang.

Luzia Werner war auch da. Verrückt – steht aber so im Gästebuch des Museums.

Einmal am Tag fliegen die Kampfjets.

Die Wäsche meiner Vorfahren.

Die schönste Zeit im Jahr. Rittersprorn und Fingerhut. Alles blüht, weil Christel bei Sonnenauf- und – untergang unermüdlich gräbt, rupft, zupft, gießt … acht Gärten brauchen täglich Zuwendung.

Die Zirkusnummer mit der Bela Russ. Dazu gibt es keine Fortos, dass war einfach zu abenteuerlich und lebensgefährlich. Doch am Ende steht ein Stein. Danke an Uwe, Holger, Manfred und Herrn Grothe und den (am ruhigsten gebliebenen) Traktoristen.

Die Ungleichzeitigkeit des Gleichzeitigen I Christine Bergmann

Fortsetzung zu 1917…

Obgleich uns die Kunstgeschichte lehrt, dass in 1917 der Expressionismus seine Blüte schon nahezu vollendet hat, Kasimir Malewitsch ( *1878 – †1935) in 1915 sein berühmtes Werk „Weißes Quadrat auf weißem Grund“ schuf, sah laut „Vom deutschen Herzen“ der allgemein gebildete Kunstliebhaber in 1917 womöglich eher Älteres, wir sagen heute „konservative Kunst“.

Damit steht natürlich die Frage im Raum: Was sieht eigentlich der durchschnittliche Bürger heute von der „zeitgenössischen Kunst“? Weder die Kunstzeitschriften noch die Gesellschaftsstrukturen sind zum Heute vergleichbar. Was wären denn überhaupt vergleichbare Kriterien?

Mit „durchschnittlichem Bürger“ in Fragen der Kunst meine ich z.B. Leute, die sich gerne und allgemein wohlwollend für Kunst interessieren, auch mal ins Museum, Theater, Konzert gehen, egal welches Genre, oder wenigstens hier und da mal einen Fernsehbeitrag aus der Kultursparte verfolgen etc. aber nicht unbedingt von Berufswegen große „Auskenner“ sind.

Ein Anhaltspunkt sind selbstverständlich die „Klassiker der Wohnungseinrichtung“ als Repro oder „Imitat im Stile von…“, quasi die Ersatzkunst, wie man sie von Ikea bis Baumarkt kaufen kann.

Unverkennbarer Dauerbrenner ist der Impressionismus. Aber diesen lasse ich mal genauso weg, wie die ganze nachfolgende frühe bis klassische Moderne: Klimt (*1862 – †1918) bis Mondrian (*1872 – †1944) , Modersohn  (*1876 – †1907) bis Kahlo  (*1907 – †1954) & Co.

Auch Dalí (*1904 – †1989) und Miró (*1893 – †1983) sind einfach nicht tot zu kriegen. Ersterer bei Teenagern, Letzterer in Zahnarztpraxen. Über die pawlowsche Verquickung von bunten Flecken und hochfrequenten Bohrtönen müsste eine kunstpsychologische Studie angestrengt werden…

Und selbstverständlich übergehe ich den echten Deko-Kitsch, der jeglicher stilistischen Einordnung spottet, # Google Bildersuche zeitgenössische Kunst – Mein lieber Benjamin!

Ich meine, man müsste eine Schnittmenge bilden zwischen zwei Themen: Was gilt als Meisterwerk „aktueller Kunst“? + Was würde sich der Normalsterbliche zu Hause hinhängen?

Ich vermute, die Schnittmenge liegt etwa hier:

Andy Warhol – *1928 – †1987 – in 2018 seit 31 Jahren tot.

Roy Lichtenstein – *1923 – † 1997 – in 2018 immerhin 21 Jahren tot.

Keith Haring, *1958 – † 1990 – jung gestorben, 28 Jahre tot.

David Hockney, *1937 – still alive

Es muss ergänzt werden, dass unsere Kunstmuseen mit ihren Reproplakaten zur Verbesserung der Wohnkultur darüberhinaus beitragen mit beispielsweise Gerhard Richter (*1932).

Eine neutralere Sichtweise bietet womöglich der Vergleich der kuratierten Auswahl. Was darf heute in einem deutschen Museum für zeitgenössische Kunst von Rang und Namen nicht fehlen (über oben Genannte hinaus)? Ich habe nur mal sporadisch ein paar Sammlungen auf Schnittmengen verglichen, ohne wissenschaftlichen Anspruch natürlich. In der Darstellung des Resultats erspare ich mir Lebensalter und Todesdaten in der Beziehung zwischen „must have“ 1917 und 2018, sortiere aber nach Geburtsjahr, um es der Zeitschrift aus 1917 vergleichbarer zu machen.

(selbstverständlich nur Auswahl)

Jackson Pollock, *1912 – †1956

Joseph Beuys, *1921 – †1986

Robert Rauschenberg, *1925 – †2008

Donald Judd, *1928 – †1994

Sol LeWitt, *1928 – †2007

Cy Twombly, *1928 – †2011

Jasper Johns, *1930

Nam June Paik, *1932 – †2006

Frank Stella, *1936

Georg Baselitz, *1938

A. R. Penck, *1939- †2017

Imi Knoebel, *1940

Markus Lüpertz, *1941

Bruce Nauman, *1941

Sigmar Polke, *1941 – †2010

Peter Fischli  *1952 /David Weiss *1942

Rebecca Horn, *1944

Jörg Immendorf, *1945 – †2007

Bill Viola, *1951

Rosemarie Trockel , *1952

Martin Kippenberger, *1953 – †1997

Cindy Sherman, *1954

Andreas Gursky, *1955

Neo, Pippilotti, Via, Moritz sind natürlich noch Jungspuntende* mit einem Geburtsjahr ab/nach 1960. Und ich entschuldige mich,  dass an dieser Stelle bestimmte ostdeutsche Größen ganz fehlen – rein zeitlich betrachtet wäre es jedoch gleich.

Und nun auch das noch! Vor 3 Tagen ist der Erfinder des Gansta Rap gestorben mit 73 Jahren.

Da hilft nur Käster (*1899 – †1974) : „Die Zeit vergeht. Sie weiß es nicht besser.“ Aus: Das doppelten Lottchen

Projekt HEIMATSTIPENDIUM ist Preisträger des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ 2018

Das Projekt HEIMATSTIPENDIUM der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt zählt zu den 100 innovativen Preisträgern des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ 2018. Zum Jahresmotto „Welten verbinden – Zusammenhalt stärken“ zeigt das Projekt, wie durch Experimentierfreude, Neugier und Mut zum Umdenken zukunftsweisende Innovationen im Bereich der Kunst und Museumskultur entstehen können. Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank richten den Innovationswettbewerb seit 13 Jahren gemeinsam aus.

Eine unabhängige Jury wählte  das HEIMATSTIPENDIUM unter knapp 1.500 eingereichten Bewerbungen aus. Die Kunststiftung fördert die zeitgenössische Kunst in Sachsen-Anhalt. Mit dem Sonderförderprogramm HEIMATSTIPENDIUM der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt werden Museen und Künstler*innen zusammengebracht. Seit Oktober 2017 befassen sich neun Künstler*innen aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Grafik, Fotografie und Objektkunst für die Dauer eines Jahres mit den Beständen und Sammlungen von acht Museen. Sie erhalten den Zugang zu den Einrichtungen, Archiven und Depots sowie die Möglichkeit das kulturelle Erbe in ihrer künstlerischen Arbeit zu reflektieren. Die Ergebnisse ihrer künstlerischen Interventionen werden im September 2018 in den Museen gezeigt. „Die Museen im Bundesland Sachsen-Anhalt zeugen in ihrer Vielfalt von der einzigartigen Kultur-, Kunst- und Industriegeschichte der mitteldeutschen Region. Mit dem deutschlandweit einmaligen Heimatstipendium hat die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt seit 2017 neue Wege beschritten, um museale Einrichtungen im ländlichen Raum und deren zum Teil verborgene Schätze zusammen mit Künstlern in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Dass sie dafür nun mit einem Innovationspreis ausgezeichnet wurde, freut uns und zeigt wie wichtig die Identifikation mit der Region und dem damit verbundenen kulturellen Erbe auch für die Zeitgenossenschaft ist.“, so Staatsminister Rainer Robra, Chef der Staatskanzlei und Kulturminister des Landes Sachsen-Anhalt.

Initiative Land der Ideen

„Ausgezeichneter Ort 2018“: HEIMATSTIPENDIUM

Pressemitteilung der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt

Warm im Schloss

Im Schloss Humboldt nehme ich wieder einmal ein Stück Treppe ab. In Silikon sieht es ja am geilsten aus, so fischig.
Beim letzten Stück tropfte es dann unten raus, während ich oben nachgoß. Also unten wieder auffangen und oben wieder rein in die „Form“, solange, bis der Härter wirkt. Zum Glück war dieses mal der Sohnemann nicht dabei, so hatte ich freie Hand. Was passiert nun mit diesen Teilen? Ich denke, das sie taugen zu dem Zwecke meiner Absicht. Wehe wehe, wenn nicht ; )

Betriebsspionage I Christine Bergmann

Katalog „Wanderlust“ der Alten Nationalgalerie Berlin 2018 – jüngst eingegangen im Materiallager Bergmann

Letzte Woche war ich zur Betriebsspionage in der Bundeshauptstadt, Berlin!

Die Alte Nationalgalerie zeigt unter dem Titel „Wanderlust“ Gemälde von-bis… Dort traf ich alte Bekannte „vom deutschen Herzen“, Caspar D. Friedrich & Freunde sowie andere Künstler, die auch alle auf dem Harz herumgekrochen sind.  By the way: Der Harz kam ja erstaunlich kurz.

Der Maler Hans Thoma war mir bisher nie besonders aufgefallen. Aber dort hängt eines seiner Bild in der Wanderschau, dass einem zu 50% Hoffnung gibt, dass „das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ noch ein „Alleinstellungsmerkmal“ hat: Es ist nicht reproduzierbar.  Kompositorisch oder von der inneren Erzählung her scheint das Bild „Solitude“ eher unspektakulär. Der ganze „Inhalt“ oder auch die „Aussage“ – alles müßige Begriffe außerhalb der Literatur – transportiert sich ausschließlich durch seine Farbigkeit,  dem Kontrast aus einem Kobalt mit einem fast gleichhellen, kräftigen Grün. Im Katalog ist nichst von dieser Farbpräsens enthalten.

Abgesehen davon, dass ich im Moment eine vergleichbare Blau-Grün-Phase durchlebe (muss wohl am Thema liegen), ist mir das Reproduktionsproblem schon länger bekannt. Als W. Benjamin 1935 darüber schrieb, war das Readymade zwar schon erfunden, Fotografie und Film aber standen erst am Übergang vom Schwarz-Weiß zur Farbe.

Uns heute kommen die Farben und Perspektiven der 1940er bis 1990er seltsam verschoben vor. Dass das Medium und seine Technologie, z.B. die Objektive der Fotografie, den Blickwinkel prägen, wird uns eher selten bewußt, obwohl es offen sichtlich ist. Bestimmte Raumperspektiven in der Malerei des Jugendstil sind nicht zu trennen von den damaligen Möglichkeiten der Fotografie, wie mir jüngst der Illies Nachlass voll verdeutlichte. Auch der Abbildungs- und somit auch Wahrnehmungsraum, den ein Smartphone abbildet, unterscheidet sich fundamental von Letzteren ebenso wie von der Wirklichkeit etc.

Noch extremer wird es bei den Farben. Bestimmte Farben wie Kaltgrün, leuchtend Blau, Rosa im Übergang zu Magenta, sind nicht zu fotografieren, noch schwieriger zu drucken, obwohl es sich um „die Farben unserer Zeit“ (CMYK) zu handeln scheint. Und dann erst das Entwickeln der Fotos bis es halbwegs funktioniert! Unlösbare Hellseherei eröffnet sich dem Maler bei digitalen Bewerbungen: Wie mag die Bildschirmeinstellung des Empfängers aussehen, Mac oder Dose? Es graust einem zu hören, wenn Bewerbungen für Kunstpreise für die Jury über den Farbkopierer gezogen werden. Falls man in dieser LotterieLotterei als Maler den Zuschlag bekommt, müsste man sich eigentlich von der Jury die Farbkopien der eigen Arbeiten aushändigen lassen, damit man weiß, welche neuen Wege der Malerei einem bisher nicht bewußt waren…

Im Zeitalter der digitalen Allgegenwärtigkeit nimmt man das technische Abbild als wirklicher als die tatsächliche, materielle Existenz. Das sind dann eben die anderen 50%, wo der Optimismus des Malers gegenüber der „technischen Reproduzierbarkeit des Kunstwerks  im digitalen Zeitalter“ Einschränkung findet.

Farbpräsens (Ausdruck, Wirkung, Aura, Farbraum – was immer man als Wort nehmen will) ist die entscheidende Kategorie, das Informationstool  der Malerei schlechthin. Alles andere ist vielleicht „gemalt“ (mit dem Pinsel hergestellt), aber es gehört doch zur Grafik.

Die Malerei ist nicht verpflichtet, die Farbe der Realität wiederzugeben, kann es aber.  Die Technik kann es nicht. Ein paar einfache physikalische Überlegungen genügen, um sich zu erklären, warum die Technik dies nicht kann (Licht, Strahlungskörper, Reflexion, biologische Optik des menschlichen Auges). Leider geht im Falle der Malerei, die wesentliche Information verloren.

rechts: Hans Thomas „Einsamkeit“ 1906, Katalog Wanderlust der Alten Nationalgalerie Berlin 2018

Es ging mir in den letzen Jahren oft so. Immer wieder stolpere ich in Italien über in Deutschland völlig unbekannte italiensche (Spät)Impressionisten. Zuhause angekommen stelle ich fest, dass es im Netz nicht halb so spektakulär aussieht. Ich entsinne mich an die sehr schöne Ausstellung der Moritzburg „Magie des Augenblicks“. Félix Vallotton kannte ich aus Büchern ohne mich erwärmt zu haben, und dann plötzlich diese Landschaft in einer einmaligen Farbpräsens zwischen Grün und Violett. Genial! Mein alljährlicher Wunschzettel für die liebe Familie umfasst immer unsäglich teure Kunstbildbände. Veronese, Corinth etc. alles Enttäuschungen in Grau und Braun.

Resümme: Schöne Ausstellung. Ich werde mein Verhältnis zu Kirchner positiv überdenken… Es war mir wohl entgangen, dass die alte Nationalgalerie Bonnard und Segantini hat ( oder waren die immer ausgeliehen?). Menzel geht immer, wobei ich das „Halbfertige“ besonderes interessant finde. Aber am allerbesten hat mir doch der Manet in der 2. Etage gefallen und ein Junge in Rot.

Hans Thoma, „Taunuslandschaft“ 1890 _ Rechts: aktueller Ausstellungskatalog 2018, links Zeitschrift „Vom Deutchen Herzen“ 1917

Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen I Christine Bergmann

Eigentlich suchte ich mal wieder etwas ganz anderes im Netz und stolperte dabei über ein kleines Heftchen „Vom deutschen Herzen – Werke neuerer deutscher Maler“. Die Ausgabe vom Sommer 1917, also mitten im 1. Weltkrieg, war billig. Viel falsch machen konnte ich also nicht. Ich war neugierig: Was war denn so en vogue für den Durchschnittsbürger in 1917? Was hat er denn so gesehen vor 100 Jahren?

Eine einzelne Ausgabe kann natürlich nicht stellvertretend genommen werden. Aber das kleine Heftchen hat mich doch verblüfft. Wir rekapitulieren mal kurz ein paar Eckdaten:

Wir lassen dabei aus … die misslungene Nationalstaatsgründung mit der Revolution 1848, Deutsch-Französischer Krieg 1870/71, 1871 Gründung Deutsches Reich als Nationalstaat + Kaiserreich…..

In etwa steigen wir kunsthistorisch hier ein:

Irgendwo zwischen 1860 bis 1875 kommt in Frankreich der Impressionismus auf, mit leichter Verzögerung in Deutschland. In Frankreich „savoire vivre“ – zu leben wissen -, in Deutschland Tendenz zur Schwermütigkeit, dem Realismus mehr verwandt – Warum eigentlich?

Richard Muther schreibt am Ende des ausgehenden 19. Jahrhunderts noch über Lovis Corinth als aufgehendem Stern am Firmament der Malerei, welcher in Deutschland noch zu wenig Aufmerksamkeit bekommt – er hat sich nicht geirrt! Womöglich: Muthers Schriften haben den Erfolg Corinths und anderer Maler im positiven Sinne erst herbeigeredet – wer weiß es schon genau…

Etwa zeitgleich (1898) wird Käthe Kollwitz vorgeschlagen von Max Liebermann für die kleine Goldmedaille der Großen Berliner Kunstausstellung, was Kaiser Wilhelm II. ablehnt als „Rinnsteinkunst“. Im Übergang des 19. zum 20. Jh. kommt der Jugendstil in Mode. Ab ca. 1905 entstehen die ersten Tendenzen des Expressionismus, welcher kunstwissenschaftlich betrachtet ab etwa 1912 in voller Blüte steht. Daneben existieren zeitgleich weiterhin Realismus, Naturalismus, Symbolismus, Historismus… Die wenigsten Künstler lassen sich „sauber eintüten“, arbeiten mal so, mal so.

Somit Rückkehr zur Frage: Was also hat der geneigte Leser, der 1917 die besagte Zeitschrift kaufte, gesehen in der Rubrik „Neuere deutsche Malerei“.  Ich möchte es mal vorrechnen in Bezug zum Erscheinungsjahr der Zeitschrift:

Louis Eysen, *1843 -† 1899 – 1917  bereits 18 Jahre tot.

Wilhelm Leibl, *1844 – † 1900 – in 1917  immerhin  17 Jahre tot.

Ludwig Freiherr von Gleichen-Rußwurm, *1836 – † 1901 – 1917  leider  16 Jahre tot.

Otto Scholderer, *1834 – † 1902 – mit 68 verstorben, in 1917 durchaus 15 Jahre tot.

Adolph Menzel, *1815 – † 1905 – 90 Jahre geworden! Aber, es läßt sich nicht verheimlichen:  in 1917 nun auch 12 Jahre tot.

Fritz von Uhde, *1848 – † 1911 –  ist 1917 erst 6 Jahre tot!

Johann Sperl, *1840 – † 1914 – 3 Jahre zuvor verstorben.

Karl Haider, 1846 – † 1912 – somit tot.

Oskar Zwinscher, * 1870 – † 1916 – kurz zuvor verstorben.

Fritz Boehle, * 1873 – † 1916 – 43 Jahre jung gestorben. Traurig!

Wilhelm Trübner, *1851 – † 1917 – stirbt noch im gleichen Jahr.

Toni Stadler, * 1850 – † 1917 – gleichfalls.

NUN: DIE IN 1917 NOCH LEBENDEN!

Eduard von Gebhardt, 1838 – † 1925 – 1917 erst 79 Jahre alt.

Hans Thoma, *1839 – †1924 – zum Erscheinen des Heftchens 78 Jahre jung.

Wilhelm Steinhausen, *1846 – † 1924 – in 1917 mit 71 noch putzmunter.

Leopold Graf von Kalckreuth, * 1855 – †1928 – 1917 ist er 62 Jahre alt.

Viktor Thomas, * 1855 – †? – zum Erscheinen des Heftchens in 1917 offenbar noch quick lebendig, da kein Todesdatum verzeichnet. Auch bei Wiki nix zu finden.  Lebt wohl noch eine unbekannte Schrödingerexistenz?

Der Logik des Heftchens folgend nun die „Jungspunte“ unter 60 Jahren . . . Je jünger die Künstler, desto problematischer wird`s dann später mit der Biografie…

Christian Landenberger, *1862 – † 1927 – in 1917 ist er 55 Jahre alt.

Adolf Hengeler, *1863 – † 1927 – in 1917 etwa  54 Jahren.

Arthur Kampf, *1864 – † 1950 –  erhielt 1902 (mit etwa 38) die Große Goldmedaille der Großen Berliner Kunstausstellung;  in 1917 war er 53, und wurde 1944, also mit 80, von Hitler persönlich als einer von nur 4 Malern in die „Sonderliste der Gottbegnadeten“ aufgenommen.

Ludwig Dettmann, * 1865 – † 1944 in Berlin – 1894 erhielt er auf der Großen Berliner Kunstausstellung eine kleine Goldmedaille (also ca. mit 29), kam mit 79 auf die „einfache“ Gottbegnadeten Liste, welche 1041 Künstler aller Sparten zählte, auch eine ganz problematische Biografie im 3. Reich, ei-jei-jei..

Es würde wohl lohnen, die komplette NS-Liste der „Gottbegnadeten“  zu kennen. Immerhin hat es u.a. auch Gerhart Hauptmann, * 1862 – † 1946, darauf geschafft.

Die Aufzählung von Künstlern aus nur einem zufälligem Heftchen bleibt natürlich ausschnitthaft, da es sich um nur eine von vielen returnierenden Zeitschriften handelte, welche über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, erschienen. Als Parallelbeispiel:  Von 1910 bis 1932 gab es u.a. die expressionistische Zeitschrift „Der Sturm“.

In etwa steigen wir für heute kunsthistorisch hier aus:  1914 Gründung der Burg Giebichenstein Halle ; 1919 Gründung Bauhaus Weimar*

Fortsetzung folgt….

 

*ergänzend: Genau genommen handelte es in beiden Fällen nicht um „Gründungen“ sondern eher Umgründungen bzw. Reform(ierung)en, aber das führt hier zu weit…