MDR Mediathek

Hier noch einmal der Link zu dem MDR Beitrag Hettstedt Mansfeld-Museum/Heimatstipendium

https://www.mdr.de/mediathek/suche/video-218230_zc-f24cd3d3_zs-20a70875.html

 

Margit Jäschke | Museum Aschersleben

Wie ein Schatz lag das Jahr vor mir – 365 Tage – ein Stipendium.

Der Ort: das Museum Aschersleben.

Mein Thema: Arbeiten zu der Sammlung des Museums, zum Sammeln an sich – einer Neigung, die so alt wie die Menschheit ist, und eine solitäre Arbeit für das Museum, welche den Schatz des Hauses nach außen tragen soll.

Ein Jahr lang habe ich gesammelt, Dinge die mich einluden gesammelt zu werden – marokkanische Ausstechformen, Polaroids, die statt meinem Abbild Porträts nicht definierbarer Formen ausspuckten, Seifen welche  Fossilen gleich kamen, Steine, Bleche, Wörter, Farben, Ideen und Konzepte.

Ich bin in die Sammlungen des Museums eingetaucht und dort auf den Schatz – die Paläontologische Studiensammlung von Prof. Dr. Martin Schmidt gestoßen. Dreizehntausend Fossilien in schönen alten Schränken aufbewahrt – ein Stück eingefrorene Zeit.

Ich habe Menschen eingeladen, in das Museum zu kommen, um diesen Schatz zu zeichnen.

Die Zeichnungen der Fossilien habe ich auf Metallplatten übertragen, damit sie sich wie eine Hand voll Münzen in dem Arkadengang des Museums entfächern und einladen.

Meine mit der Museumssammlung korrespondierenden Arbeiten sind getragen von der Vorstellung, dass wir in Paradiesgärten leben, welche Schätze verbergen, die es zu finden lohnt. Zu jedem Fund gibt es auch einen Ort, der gefunden werden will – einen Fundort.

Sammeln ist auch eng verbunden mit der Lust des Findens.

Ich suche nie zielgerichtet.

Der Rausch des Suchens und Findens kommt einer Schatzsuche gleich und ist Spaß und Lust, vor allem aber Teil meiner Arbeit.

Nun nach einem Jahr habe ich ausgewählt, zusammengetragen und mit Sammlerstolz meinen Schatz in einem Buch aufbewahrt.

Rebekka Rauschhardt | Sommerreise ins Museumsdorf

… Infos und Fotos zur Kultursommerreise von Staats- und Kulturminister Rainer Robra gibt es auf der Seite des Altmarkkreis Salzwedel:

https://www.altmarkkreis-salzwedel.de/buerger-presseservice/presseservice/pressemitteilungen-neuigkeiten-pressebilder/sommerreise-fuehrt-kulturminister-robra-in-den-altmarkkreis.aspx

v.l. MdB Gnodtke, LR Ziche, Minister Robra, B. Herrmann, Rebekka Rauschhardt, Stipendiatin der Kunststiftung Sachsen Anhalt für das Projekt " HEIMATSTIPENDIUM", K. Baumann

v.l. MdB Gnodtke, LR Ziche, Minister Robra, B. Hermann, Rebekka Rauschhardt, Stipendiatin der Kunststiftung Sachsen Anhalt für das Projekt „HEIMATSTIPENDIUM“, K. Baumann

Rebekka Rauschhardt | Der Kanal dreht sich!

Eins steht fest: wir leben wie die Götter (wenn auch als Kossaten) und kokettieren mit Schiffbrüchigen – noch hat keiner Zahnschmerzen. Wir, dass sind mein Bruder Aron und Johann, beides Steinmetzen und Bildhauer – wir sind inzwischen zu dritt in Diesdorf und BOARH – kommt her Leute! Jeder Tag wird gelebt! Kein REGEN (seit Mai), die Felder stehen in Flammen. 37° im Schatten. Das Wasser verpufft. Die Tiere bekommen seit Juni ihr Winterfutter, welches noch nicht gänzlich eingeholt ist! Notschlachtung??? Und doch! Und doch! Die letzten vier Wochen auf einen einzigen Tag zusammen gestellt, sieht so aus:

Morgens geweckt von den Gesängen des Reihers – klingt verzweifelt. Zumal er bisher schwieg. Danach Schneewittchen (im Vordergrund) und im Hintergrund der Einzug der Gladiatoren: (welche von Montags bis Donnerstags, die Gärten wässern, das traurige Gras bearbeiten, Bänke und Tische im Museumsdorf hin und her tragen, uns mit Eiern versorgen, und im Schweiße ihres Angesichts, pünktlicher als wir, zur Tat schreiten. Wir haben verschlafen …

Die Steine lagen ja falsch. Mit Betonung auf Lagen. Besser wäre Stehen gewesen. Schrumpfe man jegliche Versuche auf einen Tag zusammen, dann käme Andreas Gayko so 5 Minuten später zum Aufrichten der Steine.

Zugegeben, ein Hauch zu groß ist der Krahn für die kleinen Steine (der Krahn schafft 32 Tonnen, die Mühle im FLM hat 56 Tonnen, ein einzelner Stein eine gute Tonne). Aber Andreas Gayko kam zufällig just in Diesdorf vorbei und hat es durchgezogen. Kurz darauf haben wir beim bänken (hochhebeln der Steine auf Arbeitshöhe, um Steinmetzspagat zu vermeiden) den ersten Stein komplett umgeschmissen und in Rekordzeit wieder aufgerichtet. Eine Lieblingsbeschäftigung von Aron: BÄNKEN.

Nach diesem aufregenden Morgensport, ist Zeit für Frühstück: Honig!!! Aus Wildbau! Robinie! Das ist das Beste von der ganzen Welt, Honig pur, im Ganzen Mund. Und ringsrum auch. Von Arbeitsbienen zusammen gesammelt, durch Koordinationstänze das Einholen optimiert , von sich bewährenden Drohnen (und immer noch schlüpfenden), von Königinnen, die Eier legen als gäbe es kein Morgen. Im Kosattengarten wohnen mehrere Bienenvölker und ein Wespennest gibt es auch.

Wie es auf der Zunge zergeht, und das Wachs (welches die Bienen geschwitzt haben) zu unserem Kaugummi „de lüchs“ wird, haben wir vollstes Verständnis als die Bienen Lunte rochen und wenig später (ihren eigenen) einen Schatz hoben:

Erst mal ein bisschen Architektur:

Herr Hofmann nennt es Freiluftatellier. Wir nennen es die sidneysche Opera.
Morgens in der Küche beim Frühstück. Uns gehts blendend.

Wir verlieren uns, die Kinder haben schon Namen: Gunnar und Orest:

Gunnar. Im Werden.
Orest im Staubsaugerschlauch verheddert.

Mittags: wir bekommen Besuch! Von Unimog und Hanomag.

Apropos, wir haben die Grenze materialistisch entdeckt. Grenzsteine auf dem Gelände. Das ist Wasser auf unseren Mühlen!  Wer hat Kraft und spielt mit? Grenzsteine händisch (zwei Enden und vier Hände) auf Kommando und Stoppuhr durch die Gegend (so schnell wie möglich) schleppen – Hommage an Milo Bahr und alle Eigentümer. Na?

Da fehlt wie immer die Hälfte.
Historische Ernte. Mit Flüsterhauben.
Man versteht kein Wort. Aber Hauptsache in besten Klamotten.

Inzwischen nachmittags. Der absolut historische Fund:

Eine frische Larve (mit Ektoplasma) im Sandstein ausgemeiselt!! Leben in jahrtausendaltem Stein? Wir hatten den Steinbohrer nicht auf dem Schirm. Für ein paar Stunden, gedachten wir in heller Aufregung diesem historischen point of no return.
Wenn Erde zu Staud wird.

Das Bild lässt sich schlecht drehen. Zu sehen ist, wie es mal kurz regnet.

Hier wird die schöne Frau von ihrem Mähdrescher abgeholt. Zusammen macht die Ernte bei diesen Temperaturen noch mehr Spaß. Wenig später brennt das Feld! Zum Glück ist die Gerste schon runter – nur die Stoppeln versengen im Lauffeuer, eine Maschine hat es auch erwischt. Feuerwehr und Bauern beginnen zu ackern, alle Strohrester müssen mit Erdstaub bedeckt sein. Die Maschine ist hin. Zum Glück keiner verletzt. Es gibt hier keine Berufsfeuerwehr. Die Freiwilligen leisten hier Heldenarbeit!

Nachts machen wir Fotos vom Mond. Und überlegen, wie das Himmelsweh in den Wagen passen könnte. Letztens verteidigten wir erfolgreich das Museumsdorf gegen Einbrecher. Wir sind zwar die aus dem Kossatenhaus – aber es ist unser Dorf.
Bauern, wir sind mit Euch! Auch uns macht sie zu schaffen. Diese Hitze, diese Strahlen, der Schweiß (wir überlegen, ab wann wir Wachs schwitzen). Man beachte das Gras!

Oliver Scharfbier | Zu Gast bei Grimm

Heute war ich kurz zu Besuch im Haldenslebener Museum, wollte schauen ob ich Xenia Fink antreffe. Sie war leider nicht da, den Weg hinein fand ich trotzdem. Da ich gerade eine Ausstellung in der Kulturfabrik Haldensleben aufbaue bot es sich an, die Sammlung aufzusuchen, ist nur ein Katzensprung entfernt voneinander.
Auf der Straße grüßte mich im Vorbeigehen die Frau Vater vom Museum – wie schön, man ist prominent hier ; ) Kurzer Plausch und dann tolle Dinge und viel Unbekanntes im Museum – bis hinein in den Hinterhof ist alles recht kuschelig und sehr gut gemacht. Die Familien-geschichten Uffrecht, Grimm und Nathusius sind spannend. Anders aber ähnlich gut ist übrigens das italienische  Eis, das mich in dieser Stadt stets verführt. Drei Kugeln auf dem Weg hin, drei auf dem Weg zurück, das kann nicht gut gehen ; ) Also, Xenia, wir sehen uns Freitag!

Abstimmen für das HEIMATSTIPENDIUM beim Publikumspreis zum VORREiTER 2018

Das HEIMATSTIPENDIUM der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt steht zur Wahl für den Publikumspreis beim Wettbewerb um den VORREiTER, dem Tourismuspreis des Landes Sachsen-Anhalt der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH. Seit 2001 werden bei diesem Wettbewerb neue, frische und innovative Produkte, Ideen und Dienstleistungen im Bereich Tourismus in Sachsen-Anhalt ausgezeichnet. Erstmals wird ein Publikumspreis ausgelobt und ihr könnt bis zum 27. November 2018 für das HEIMATSTIPENDIUM voten! Wir freuen uns über eure Stimme!