Regionalgeschichtliche Sammlungen der Lutherstadt Eisleben | Andreaskirchplatz 10, 06295 Lutherstadt Eisleben

Die Lutherstadt Eisleben besitzt eine umfangreiche regionalgeschichtliche Sammlung mit einer bemerkenswerten Entstehungsgeschichte: Den Grundstock der Sammlungen für alle Eisleber Museen legte vor über 150 Jahren Carl Friedrich Ludwig Plümicke (1791–1866), von 1817–1862 Direktor der ersten deutschen Bergschule in Eisleben. Erweitert wurden diese Sammlungen durch die intensive Arbeit des Vereins für Geschichte und Altertümer der Grafschaft Mansfeld (1864–1945).

Zum heutigen Bestand gehören die ur- und frühgeschichtlichen Sammlungen, die zusammen über 6.000 (Ausgrabungs-)Funde aus den Orten der ehemaligen Grafschaft Mansfeld zählen, darunter ein 250.000 Jahre alter Faustkeil, eines der ältesten Werkzeuge des Mansfelder Landes. Beeindruckend anzuschauen, mit Sicherheit ein zentrales Motiv und den älteren Einwohnern der Lutherstadt noch bekannt, ist ein 1894 aus dem Salzigen See geborgenes Fischerboot (Einbaum). Es stammt aus dem Mittelalter. Hergestellt ist der Einbaum aus einem einzigen Rotbuchenstamm und misst gut sechs Meter Länge und einen Meter Breite. Die naturkundlichen Sammlungen mit Fossilien und einer komplett erhaltenen Geschiebesammlung ist nahezu einzigartig für Deutschland. Zum Bestand gehört aber auch eine beachtliche Sammlung von über 1.400 Vogelpräparaten (darunter ein Exemplar der bereits in weiten Teilen Deutschlands ausgestorbenen Großtrappe) und eine beeindruckende von Insekten (Tag- und Nachtfalter). Die regionalgeschichtliche Sammlung mit etwa 10.000 Exponaten unterschiedlicher Art besteht aus Münzen, Keramiken, Grafiken, Gemälden, Uniformen, die im Zusammenhang mit der Bergbaugeschichte der Stadt stehen.
Der überwiegende Sammlungsbestand befindet sich heute wieder in der Obhut der Lutherstadt Eisleben, allerdings nicht zugänglich in einem Museum. Ein Großteil ruht im Depot, im ehemaligen Herdlager, wo sie dokumentiert wird. Die Objekte stehen für Ausstellungen zur Verfügung. Seit Februar 2020 gibt es mit der „Markthalle“ im Katharinenstift, eine Säulenhalle mit Kreuzgratgewölbe, nach umfangreichen Sanierungsarbeiten eine Ausstellungsfläche von ca. 150 Quadratmetern.

<<<< Zurück