Be-Tracht-ungen, die Erste Salzlandmuseum Schönebeck (Annette Funke)

Für meinen zweiten Besuch im Salzlandmuseum Schönebeck hat die Museumsleiterin Petra Koch mit ihren Kolleginnen bereits dafür gesorgt, dass die Bördetrachten aus dem Fundus in der geräumigen Arbeitsbibliothek hängen. An einer fahrbaren Garderobe sind Trachtenteile aufgereiht: Tausendfaltenröcke aus Seidenstoffen, eine Kniebundhose und Mieder mit gechintzten Schößchen – ihr Material, bunt bedruckten Baumwollgewebe – ist mit einer glänzenden Oberfläche versehen. Links daneben liegen mehrere ausgepolsterte Schnabelhauben mit langen Bändern auf dem Tisch.

Das ist sie also, meine Inspirationsquelle aus dem 19. Jahrhundert. Mein Vorhaben: Traditionelles und Modernes im Wechselspiel zu zeigen und zeitlose Gesten kulturellen Lebens zu spiegeln. Die Suche nach Ideen für mehrere großformatige Papierschnitte kann beginnen.

Mein Fotograf Matthias Demel sorgt für die richtigen Lichtverhältnisse, und meine Models Lea und Lal probieren Sachen an. Mir kommt es auf die richtige Mischung zwischen Tracht und modischen Accessoires bei den beiden an. Es dauert fast zwei Stunden, bevor das erste Foto im Kasten ist. „Bewegt euch zueinander, kommuniziert mit eurem Körper, bezieht die Hände ein“, animiere ich. Am Ende sind es über fünfhundert Bilder, die ich sichte.

 

 

 

 

 

Das ist nicht der letzte Fototermin gewesen. Das Auffinden von Bildern, welche die Essenz zwischenmenschlicher Kommunikation einfangen, ist nicht leicht, aber sehr anregend. Ich bin sehr dankbar für die schöne Zeit und freue mich auf ein baldiges Wiedersehen.