Eröffnung der Ausstellung Allerlei

Vor zwölf Monaten und drei Wochen habe ich den Anruf bekommen, dass ich das Stipendium habe. Ich konnte es nicht fassen. Und nun kann ich es nicht fassen, dass die zwölf Monate schon vorbei sind.  Es war eine unheimlich inspirierende und intensive Zeit und ich möchte eigentlich gar nicht gehen…

Der Abend der Eröffnung meiner Ausstellung war sehr bewegend. Es gab sehr schöne und berührende Ansprachen und viele, viele Besucher. Ich möchte an dieser Stelle noch mal allen Beteiligten danken, ohne deren Mitwirken dieses ganze Projekt nicht möglich gewesen wäre. Ich danke meinen Eltern, meiner ganzen Familie, für den Anfang und alles andere, ich danke meiner Ateliergemeinschaft fürs dabei sein und aushalten, meinen Nachbarn und Freunden fürs Mitdenken und Mitspinnen, ich danke der Kunststiftung, den Kuratoren, für ihre Unterstützung, ich danke dem Team des Zentralmagazins, das mir sehr ans Herz gewachsen ist und welches diese Ausstellung überhaupt möglich gemacht und zugelassen hat (Man beachte die Hängung im historischen Hörsaal). Vor allem aber danke ich Dr. Frank Steinheimer für diese großartige Zeit, seine Geduld, sein Wissen, sein Vertrauen, sein Denken und Wirken (bis zur letzten Minute!) und die vielen, vielen anregenden Gespräche!

          

Fotos (c) Kunststiftung Sachsen-Anhalt, Sebastian Weise

Endspurt

Noch zwei Wochen bis zu der Abschlusspräsentation und die 25 Grafiken der Vogeleier sind fertig. Noch liegen sie in der Trockenhorde aber bald werden sie gehängt. Ich kann es kaum erwarten, sie alle zusammen zu sehen.

Internationaler Museumstag

Anlässlich des internationalen Museumstages habe ich im Zentralmagazin der Naturwissenschaftlichen Sammlungen zwei Führungen gegeben. Diese orientierten sich an einer Intervention, die ich innerhalb der Exponate tätigte.

Das Ei

Meine Begeisterung für historische Sammlungen währt schon lange, ebenso eine künstlerische Beschäftigung mit naturwissenschaftlichen Themen. Bei meinem letzten Besuch des University Museum of Natural History in Oxford fand ich in einer Vitrine hübsche kleine Vogeleier, bewusst in ein möglichst naturgetreues Nest platziert. Ein paar Schritte weiter, im selben Gebäude,  kommt man direkt in das anschließende anthropologische Museum von Pitt Rivers (1827-1900), in dem unter anderem von Menschen gestaltete Hühnereier ausgestellt sind. Die unmittelbare Nähe dieser beiden Exponate verdeutlichte mir die feine Grenze zwischen dem Naturgut und dem Kulturgut auf so anschauliche Weise.

Das Zentralmagazin der Zoologischen Sammlung der Universität Halle bietet eine Fülle an versteckten Schätzen. Ich möchte mich auf einen relativ kleinen Bereich, nämlich den Bereich der Vogeleier, konzentrieren. Meine besondere Faszination liegt hierbei in der Gestaltung der Eier, die in manchen Fällen überwältigend ist, gerade weil sie nicht nach ästhetischen Gesichtspunkten geplant wurde. Viele Eier sehen so aus, als wären sie mit Aquarellfarben bemalt, andere so als wären sie flächig mit Bleistiftlinien übersät, wieder andere erinnern mich an Bilder von Jackson Pollock. Mich fasziniert, wie diese Naturprodukte an Kunstwerke erinnern. Ich sehe immer wieder Ähnlichkeiten zum Pointilismus, zu Yves Klein, zu Rothko. Sie sind auch ohne diese Assoziationen kleine Kunstwerke und in ihrer Form von einer unvergleichbaren Vollkommenheit.