Rebekka Rauschhardt | Versteckrätsel

Von Märchen, Wünschen und Visionen und den Halluzinationen

Wenn wir unseren gesamten Abraum nehmen würden und heimlich, wenn die Nacht am tiefsten steht, in den TEICH befördern würden… im O-Fall immer an gleicher Stelle und trotzdem nicht zu nah an allen Ufern – so würde doch allmählich eine kleine Insel entstehen. Eine kleine Sandsteininsel und die ganzen fossilen Muscheln wären wieder im Wasser (süß zwar aber zusammen mit Karpfen).

Wenn sich dann alle an die Insel gewöhnt hätten, würden wir direkt darauf ein steinernes Kind platzieren. Das Versteck ultimativ. Alle sehen mich, doch keiner kriegt mich. Früh morgens und spät abends kommt der Reiher vorbei und setzt sich auf meinen Kopf und singt seine seltsamen Gesänge. Und lässt auch das ein oder andere Ei fallen. Ein paar Jahre steht das Kind auf seiner Insel da so inmitten des Teiches. Die Insel sandet aus und wird unter dem Kindergewicht kleiner und flacher. Das Kind versinkt. Irgendwann steht das Wasser bis zu den Ohren. Und der Reiher kreischt.

Die Vision von Herrn Klaas (Dorfschullehrer und Heimatologe Spezialgebiet Diesdorf) dreht sich immer wieder um eines. Ein Floß. Auf dem Teich. Im Museumsdorf. Für die Kinder.

Als wir Kinder waren (Aron & ich) wohnten wir auch im Dorf. Und hatten einen Teich. Obendrauf auch noch ein Floß, was uns anfangs noch nicht gehörte, später schon. Schwimmen konnte keiner. Trotz ewigdauernderaneinandergereihter Sommer, Frühjahre, Herbste und Winter – auf, am, neben und unter dem Floß.

Bilderverstecksel:

… dr.. h…igen …innen
aus dem w… ..x .eu.s
das ist das …. vom …o…s
.äumchen, .echsle .ich
xy und der .rolf
zorn .ottes
das ist jetzt aber einfach
gobi – die …… in mir
.arten auf ?
die nacht von s…i.ar
heute mhmhmh, morgen höhöhö und übermorgen ?

 

Ideen und Lösungsvorschläge bitte per Taube, Flasche oder stiller Post.

Danke!

Rebekka Rauschhardt | Auf den Spuren von Herrn Johann Winkelmann

Herrn Johann Winkelmann kenne ich schon ein paar Jahre und kann ihn echt gut leiden. Alle (die ich kenne), die Herrn Winkelmann kennenlernen, schließen ihn ins Herz. Doch wo trifft man Herrn Winkelmann? Zum Beispiel im Kreisverkehr beim Friedhof. Oder auf der Landstraße Dähre Richtung Siedendolsleben. Früher auch in Mexikocity auf dem Blumenmarkt. Auf dem Bahnhof in Stendal ist er auch hin und wieder. Letztens stand er zum ersten Mal am Diesdorfer Museumszaun (Service-Eingang). Foto: Wie Johann geht – ob er nochmal wieder kommt?

 

 

 

 

 

 

 

Und was macht Herr Johann? Zum Beispiel dieses Foto vom völlig verzweifelten Kind:

Hier stehen seine Beine im Bild: Im Vordergrund Material und Formstudie Marke Krähe

Er singt gerne kleine Lieder vor sich hin. Schläft weitestgehend in stabiler Seitenlage. Verwendet im Freibad Duschgel aus der Kaufhalle Diesdorf. Frühstückt gern im improvisierten Sari. 

 

 

 

 

 

 

Er liebt es für Hochzeitsgesellschaften die Tische hin und her zu rücken. Und gestaltet liebevoll die nähere Umgebung mit rätselhaften Stillleben. Mit Winkelschleifer.

Bei Sonne cremt Herr Winkelmann sich gern allein den Rücken an (Sonnenschutzfaktor 50 +). 

Letztens kam Freude auf in Halle (Saale) als Herr J. Winkelmann in der Zeitung stand. Hihi

Nächstes Jahr möchte sich Herr Johann W. für das Johann (Joachim) Winckelmann Stipendium bewerben. Da drück ich ganz feste die Daumen und ihr bitte auch alle! Immerhin heißt Johanns Vater Joachim Winkelmann.

Das wär doch was: Win©kelmänner mit sich allein– Zwiegespräche und Monologe mit Hologrammen

Rebekka Rauschhardt | In Anatomie nicht aufgepasst …

… das und noch andere Vorfälle und Tatsachen beschäftigen uns rund um die Uhr.  Der Anatomieunterricht zu Studienzeiten begann ja im Morgengrauen … was soll ich sagen. Wir haben alle drei zum Glück bei dieser Schulung des Auges am menschlichen Körper eventuell nicht aufgepasst, bzw. haben wir (bis auf ganz wenige Ausnahmen) überhaupt teilgenommen? Das erleichtert uns die Aufgabe der überzeugenden Darstellung von Versteck spielenden Kindern sehr. Extrem Dicke Backen, zu kleine Füße, Männerhand am achtjährigen Mädchenarm, Ohren vergessen, Tränenkanal?, Rotzkuhle zu kurz, stark ausgeprägter Oberkörper, Hals nicht in der Mitte und das Beste zum Schluß: nicht nur im Gesicht gibt es das Zwillingssyndrom – zwei Augen, zwei Brauen und zwei Backen von täuschend ähnlicher Anmutung.

Neugierig auf die Windhose: Aron trägt auf dem Bild eine Jeanshotpan designt bei FLM – 130 € und Herrenhalbschuhe aus Gummi circa 30 € und Kopfbedeckung von elf – Werbegeschenk.

Wir befinden uns im Countdown. Tagesablauf wird klar akzentuiert. Aufstehen bei Sonnenaufgang. Neuerdings liegen wir in der windgeschützten Giebelfront des Kossatenhauses (eigentlich unser Wohnzimmer, da ab Mittag Schatten) auf der Ostseite. Danach Kaffeeschüttung (in der Küche: Nordseite) mit unseren so derart liebgewonnenen Tassen, dass wir sie gar nicht mehr abwaschen. Dem folgt ein Badeausflug in den Westgarten, Wassermarsch am Gartenschlauch. Unmittelbar darauf ziehen wir unsere Arbeitssachen an – im Prinzip ziehen wir alles aus, bis auf wenige Assesoires (siehe Foto). Nun gehts los, wir kloppen um die Wette, manchmal Pausen (Kaffee, Wasser, Limo, Bier), manchmal kurzes Innehalten (Blasen, Krämpfe, Lachanfälle, Geistesblitze), regelmäßig Fragen von Museumsbesuchern:

  1. Was ist das für ein Stein?
  2. Kann man das wirklich machen?
  3. Ist das eine Auftragsarbeit?
  4. Hat das was mit dem Museum zu tun?
  5. Dürfen wir Sie fotografieren?
  6. Ist das Buddah?

Das machen wir bis Sonnenuntergang. Es sei denn, es fällt gerade mal ein Ast runter, Unwetter kommt vorbei oder die Frau Sonne hat sich einen Regenbogen ganz für sich allein gebaut. Wenn die Sonne weg ist, gibt es Essen (Camembert, Leberwurst, Tomaten, Zwiebeln, Brot und Rollmops). Im Dunkeln munkeln wir täglich nach wie vor übers Himmels W(eh). Und beschützen das Museumsdorf vor Eindringlingen. Letztens wie im Film mit den Kollegen der Polizei Salzwedel: profinelle Geländesicherung mit Stabtaschenlampen im nächtlichen Museumsgebüsch. Und reagieren bei Feueralarm im FLM um Mitternacht (ein Weberknecht im Rauchmelder 52). Da gibts dann auch schon mal ein Stückchen Erdbeertorte zu dieser Uhrzeit.

Und dann ab in die Federn, nein Stroh.

Rebekka Rauschhardt | Sommerreise ins Museumsdorf

… Infos und Fotos zur Kultursommerreise von Staats- und Kulturminister Rainer Robra gibt es auf der Seite des Altmarkkreis Salzwedel:

https://www.altmarkkreis-salzwedel.de/buerger-presseservice/presseservice/pressemitteilungen-neuigkeiten-pressebilder/sommerreise-fuehrt-kulturminister-robra-in-den-altmarkkreis.aspx

v.l. MdB Gnodtke, LR Ziche, Minister Robra, B. Herrmann, Rebekka Rauschhardt, Stipendiatin der Kunststiftung Sachsen Anhalt für das Projekt " HEIMATSTIPENDIUM", K. Baumann

v.l. MdB Gnodtke, LR Ziche, Minister Robra, B. Hermann, Rebekka Rauschhardt, Stipendiatin der Kunststiftung Sachsen Anhalt für das Projekt „HEIMATSTIPENDIUM“, K. Baumann

Rebekka Rauschhardt | Der Kanal dreht sich!

Eins steht fest: wir leben wie die Götter (wenn auch als Kossaten) und kokettieren mit Schiffbrüchigen – noch hat keiner Zahnschmerzen. Wir, dass sind mein Bruder Aron und Johann, beides Steinmetzen und Bildhauer – wir sind inzwischen zu dritt in Diesdorf und BOARH – kommt her Leute! Jeder Tag wird gelebt! Kein REGEN (seit Mai), die Felder stehen in Flammen. 37° im Schatten. Das Wasser verpufft. Die Tiere bekommen seit Juni ihr Winterfutter, welches noch nicht gänzlich eingeholt ist! Notschlachtung??? Und doch! Und doch! Die letzten vier Wochen auf einen einzigen Tag zusammen gestellt, sieht so aus:

Morgens geweckt von den Gesängen des Reihers – klingt verzweifelt. Zumal er bisher schwieg. Danach Schneewittchen (im Vordergrund) und im Hintergrund der Einzug der Gladiatoren: (welche von Montags bis Donnerstags, die Gärten wässern, das traurige Gras bearbeiten, Bänke und Tische im Museumsdorf hin und her tragen, uns mit Eiern versorgen, und im Schweiße ihres Angesichts, pünktlicher als wir, zur Tat schreiten. Wir haben verschlafen …

Die Steine lagen ja falsch. Mit Betonung auf Lagen. Besser wäre Stehen gewesen. Schrumpfe man jegliche Versuche auf einen Tag zusammen, dann käme Andreas Gayko so 5 Minuten später zum Aufrichten der Steine.

Zugegeben, ein Hauch zu groß ist der Krahn für die kleinen Steine (der Krahn schafft 32 Tonnen, die Mühle im FLM hat 56 Tonnen, ein einzelner Stein eine gute Tonne). Aber Andreas Gayko kam zufällig just in Diesdorf vorbei und hat es durchgezogen. Kurz darauf haben wir beim bänken (hochhebeln der Steine auf Arbeitshöhe, um Steinmetzspagat zu vermeiden) den ersten Stein komplett umgeschmissen und in Rekordzeit wieder aufgerichtet. Eine Lieblingsbeschäftigung von Aron: BÄNKEN.

Nach diesem aufregenden Morgensport, ist Zeit für Frühstück: Honig!!! Aus Wildbau! Robinie! Das ist das Beste von der ganzen Welt, Honig pur, im Ganzen Mund. Und ringsrum auch. Von Arbeitsbienen zusammen gesammelt, durch Koordinationstänze das Einholen optimiert , von sich bewährenden Drohnen (und immer noch schlüpfenden), von Königinnen, die Eier legen als gäbe es kein Morgen. Im Kosattengarten wohnen mehrere Bienenvölker und ein Wespennest gibt es auch.

Wie es auf der Zunge zergeht, und das Wachs (welches die Bienen geschwitzt haben) zu unserem Kaugummi „de lüchs“ wird, haben wir vollstes Verständnis als die Bienen Lunte rochen und wenig später (ihren eigenen) einen Schatz hoben:

Erst mal ein bisschen Architektur:

Herr Hofmann nennt es Freiluftatellier. Wir nennen es die sidneysche Opera.
Morgens in der Küche beim Frühstück. Uns gehts blendend.

Wir verlieren uns, die Kinder haben schon Namen: Gunnar und Orest:

Gunnar. Im Werden.
Orest im Staubsaugerschlauch verheddert.

Mittags: wir bekommen Besuch! Von Unimog und Hanomag.

Apropos, wir haben die Grenze materialistisch entdeckt. Grenzsteine auf dem Gelände. Das ist Wasser auf unseren Mühlen!  Wer hat Kraft und spielt mit? Grenzsteine händisch (zwei Enden und vier Hände) auf Kommando und Stoppuhr durch die Gegend (so schnell wie möglich) schleppen – Hommage an Milo Bahr und alle Eigentümer. Na?

Da fehlt wie immer die Hälfte.
Historische Ernte. Mit Flüsterhauben.
Man versteht kein Wort. Aber Hauptsache in besten Klamotten.

Inzwischen nachmittags. Der absolut historische Fund:

Eine frische Larve (mit Ektoplasma) im Sandstein ausgemeiselt!! Leben in jahrtausendaltem Stein? Wir hatten den Steinbohrer nicht auf dem Schirm. Für ein paar Stunden, gedachten wir in heller Aufregung diesem historischen point of no return.
Wenn Erde zu Staud wird.

Das Bild lässt sich schlecht drehen. Zu sehen ist, wie es mal kurz regnet.

Hier wird die schöne Frau von ihrem Mähdrescher abgeholt. Zusammen macht die Ernte bei diesen Temperaturen noch mehr Spaß. Wenig später brennt das Feld! Zum Glück ist die Gerste schon runter – nur die Stoppeln versengen im Lauffeuer, eine Maschine hat es auch erwischt. Feuerwehr und Bauern beginnen zu ackern, alle Strohrester müssen mit Erdstaub bedeckt sein. Die Maschine ist hin. Zum Glück keiner verletzt. Es gibt hier keine Berufsfeuerwehr. Die Freiwilligen leisten hier Heldenarbeit!

Nachts machen wir Fotos vom Mond. Und überlegen, wie das Himmelsweh in den Wagen passen könnte. Letztens verteidigten wir erfolgreich das Museumsdorf gegen Einbrecher. Wir sind zwar die aus dem Kossatenhaus – aber es ist unser Dorf.
Bauern, wir sind mit Euch! Auch uns macht sie zu schaffen. Diese Hitze, diese Strahlen, der Schweiß (wir überlegen, ab wann wir Wachs schwitzen). Man beachte das Gras!

Rebekka Rauschhardt | Acht Wochen ohne Regen (FLM Diesdorf)

Wir begutachten die Kartoffelpflanzen, zum Glück keine Kartoffelkäferlarven. Wir untersuchen die Gerste. Das Gras ist gelb. Die Kirschen reif. Die Erde trocken. Sorgenfalten. Die Gärten werden stundenlang bewässert. Die Schnecken sind auf ihren Wegen vertrocknet. Wir warten auf Regen. Hin und wieder Unwetterwarnungen, Wolken brauen sich zusammen und ab und zu kommt Wind auf, die Erde fliegt weg (dann tragen wir Schutzbrillen) aber kein richtiger Tropfen fällt. Donnerstag morgen die Sonne scheint, es ist mal wieder Unwetter mit Temperatursturz angesagt ….

Es ist morgens halb 10. Vielleicht kommt Wasser. Koche mir erst mal Kaffee (mit Wasser, solange das noch geht).

Es ist zwar deutlich abgekühlt, doch das bißchen Regen reicht noch lange nicht. Wir haben sogar die Flaggen rausgeholt (Regenzauber).

Naja, das Glück dieser Erde, liegt auf den Rücken schlafender Pferde.

Rebekka Rauschhardt | Besonderheiten im Museumsdorf – FLM

Für Schwatzhaftigkeit gibt es 4 Schläge mit dem Rohrstock auf die Finger! So sprach Herr Klaas, der Museumsdorfschullehrer.

Bei Sonnenuntergang wird im Freibad nebenan geschossen.

Letztens haben sich junge Mädchen als Kühe verkleidet und Autofahrer um Geld erpresst. Ein regionaler Brauch.

Die Waschbären in meiner Hütte haben Junge.

Circa 20. 000 Kröten erproben den Landgang.

Luzia Werner war auch da. Verrückt – steht aber so im Gästebuch des Museums.

Einmal am Tag fliegen die Kampfjets.

Die Wäsche meiner Vorfahren.

Die schönste Zeit im Jahr. Rittersprorn und Fingerhut. Alles blüht, weil Christel bei Sonnenauf- und – untergang unermüdlich gräbt, rupft, zupft, gießt … acht Gärten brauchen täglich Zuwendung.

Die Zirkusnummer mit der Bela Russ. Dazu gibt es keine Fortos, dass war einfach zu abenteuerlich und lebensgefährlich. Doch am Ende steht ein Stein. Danke an Uwe, Holger, Manfred und Herrn Grothe und den (am ruhigsten gebliebenen) Traktoristen.